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Nicht einmal sterben ist gratis

Artikel - Nicht einmal sterben ist gratis

Haben Sie Adobe Photoshop oder Microsoft Office auf Ihrem Notebook installiert? Ja? Gut gut… Haben Sie dafür auch bezahlt? Ihren Fahrerausweis, Führerschein und Ihr Notebook bitte.

Würde ein Gesetzeshüter bei einer Fahrzeugkontrolle gleich noch das mitgeführte Notebook inspizieren, hätte wahrscheinlich so mancher ein flaues Gefühl in der Magengegend. Zu unrecht?

Gemäss der Business Software Alliance (BSA) ist ungefähr jede vierte Software in der Schweiz unlizenziert. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 43 Prozent. Nordamerika hat mit 19 Prozent den niedrigsten und die Gegend Asien/Pazifik mit durchschnittlich 62% den höchsten Anteil unlizensierter Software. Schwellen- und Entwicklungsländer wie beispielsweise Nigeria oder Paraguay verbuchen mit über 80 Prozent illegaler Software die höchsten Werte.

Die eierlegende Wollmilchsau solls sein

Das Herunterladen von Musik und Filmen ist in der Schweiz gemäss Urheberrechtsgesetz (URG) im privaten Rahmen nicht strafbar. Eine Erklärung dazu liefert die sogenannte Leerträgervergütung. Diese Vergütung regelt, dass Hersteller und Importeure von Datenträgern (bspw.USB-Sticks, Festplatten, Tablets.) Urheberrechtsentschädigungen von maximal CHF 0.70 pro GB an Genossenschaften wie beispielsweise die SUISA bezahlt. Diese Urheberrechtsabgabe wird dann dem Konsumenten über einen höheren Verkaufspreis abgedrückt. Bei Computerprogrammen (auch Computerspielen) stellt das Urheberrechtsgesetz allerdings keinen Freipass zum kostenlosen Herunterladen sowie Gebrauch aus und ist somit illegal.

Doch warum haben wir es hierzulande überhaupt nötig, Software unrechtmässig zu erwerben? «Es ist fast schon zu einfach.», bekomme ich oft zu hören, was sicherlich stimmt. Ebenso hört man selten, dass jemand erwischt und dafür bestraft wurde. Dennoch spielt der Faktor der Geiz- und Gratisgesellschaft eine noch fast grössere Rolle. Besonders im Internet sind viele der Überzeugung, dass alles gratis sein sollte. Doch selbst die vermeintlichen Gratisangebote sind nicht gratis, bloss die Währung ist eine andere.

Oft sind Sie selbst und Ihr gesamtes Leben die Währung, mit der sie «gratis» Facebook oder Google nutzen. Aber wehe man muss z.B. Whats App einen einzigen lausigen Franken bezahlen, zieht ein Shitstorm am Himmel der grenzenlosen Naivität auf.

Quellen 


Dieser Artikel wurde am 26.01.2015 in folgenden Zeitungen publiziert: Südostschweiz Graubünden, Südostschweiz Glarus, Südostschweiz Gaster/See sowie Sarganserländer.

Zeitungsausschnitt aus der Südostschweiz Graubünden:
(PDF im Webbrowser öffnen oder herunterladen: Zeitungsartikel Südostschweiz Graubünden.pdf)

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