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Traumberuf Influencer und Youtuber

Artikel - Traumberuf Influencer und Youtuber

Früher runzelten besorgte Eltern die Stirn bei Berufswünschen wie Schauspieler oder Sänger. "Mein Kind, lern doch erstmal etwas Richtiges", lautet seit jeher die eiserne Parole. Was soll man heute im Zeitalter von Influencern dazu sagen?

Wer ist nun der Dumme?

Natürlich lässt sich die Riege der Berufsgruppen noch erweitern, die Eltern eher weniger gerne hören, wie z.B. Sportler, Moderator, Model usw. Die erfolgshungrigen Helikopter-Eltern, die mit dem eigenen Kind ihre unerfüllten Träume nachholen möchten, lassen wir jetzt einmal weg. 

Fakt ist, das Internet ist voll von "Stars" und es kommt einem so vor, als hätte jeder Zweite einen eigenen mehr oder minder erfolgreichen Youtube-Kanal oder Instagram-Account. Und wenn man dann noch mitbekommt, wieviel Kohle diese damit verdienen, dann könnte man meinen, jeder der sein Glück nicht im Internet versucht hat einen an der Waffel. Denn wer quält sich schon gerne mit einem langweiligen und stressüberladenen Bürojob oder schuftet seinen Körper auf der Baustelle zu Tode. 

Arbeit nicht zu unterschätzen

Ob die Chancen auf Erfolg wirklich grösser sind als früher, ist schwierig zu sagen. Einerseits natürlich ja, weil dafür ja praktisch nur ein Smartphone und eine Internetleitung vonnöten sind. Andererseits nein, weil praktischer jeder in der westlichen Zivilisation darüber verfügt und die "Konkurrenz" somit auch einiges grösser ist. 

Unterschätzen sollte man die Arbeit von Internet-Stars aber nicht. Schliesslich sind diese ausnahmslos alle auch gleichzeitig Internet-Junkies und abhängig. Auch wird oftmals erwähnt, dass ein reger Aufenthalt in Social Media generell unglücklicher als glücklicher macht. Denn welches Leben kann mit all den tollen (gekünstelten) Fotos und Videos schon mithalten? 

Hinzu kommt, dass die Konkurrenz wirklich gigantisch ist. Und nur wer über lange Zeit viel und gut aufbereiteter/inszenierter Content abliefert, setzt sich durch. Und kaum wurde abgeliefert, schreit die unersättliche Fan-Gemeinschaft bereits nach dem nächsten Happen. Mal für ein paar Wochen in die Ferien und nichts abliefern? Absolut unmöglich! Von Vorteil ist es natürlich, wenn man mit Ferienfotos seine Fans gewinnt. Doch immer in inszenierten Ferien verweilen zu müssen, hört sich auf Dauer auch anstrengend an. 

Hinzu kommen Shitstorms, Trolle, Hater, Neider und die Tatsache, dass alle was im Internet landet, auch immer im Internet aufzufinden sein wird. 

Dagobert Duck lässt grüssen

Es ist ähnlich wie bei einer Fussballer-Karriere, wer es wirklich schafft, der wird mit Geld und Ruhm bis fast zum Ertrinken überschüttet. Auch dies kann natürlich weitere Probleme schaffen. Eventuell wird man im Gegenzug für die Kohle in der Arbeit eingeschränkt, oder der plötzliche Reichtum überfordert und man hebt in seiner Blase komplett ab. Selbstverständlich lässt man es gerne darauf ankommen, denn Fame und Geld ist nach wie vor der Hauptantrieb von vielen.

Alles halb so schlimm?

Ich kann somit allen Argumenten in diesem Bezug etwas abgewinnen. Dass man Influencer verteufelt, ebenso wie man manche davon bewundert. Genauso ob man es selbst probieren möchte, oder vollkommen ablehnt. Solange wir die Wahl haben, ist alles in Ordnung. Was ich nicht hoffe, ist ein Social Media-Zwang, da sonst die gesellschaftliche Ausgrenzung droht. Spätestens wenn die Generationen die ohne Internet gross geworden sind, ausgestorben sind, wird sich zeigen, ob man überhaupt noch gesellschaftlich geachtet wird, wenn man über keinen Social Media-Account verfügt. Ich befürchte ehrlichgesagt nicht.

Einen ganz guten Eindruck davon hat die Netflix-Serie in der Folge "Abgestürzt" (Nosedive) gezeichnet.

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