Schlechte Nachrichten sind kein Muss

Schlechte Nachrich-ten sind kein Muss
Chris Casutt

Da ein Anschlag, dort eine Epidemie, noch ein wenig mit einem Familiendrama würzen und das Ganze mit einem drohenden Krieg abschmecken. Fertig ist die Tagesschau-Depression. War man bisher dem Fernsehprogramm weitgehend ausgeliefert, ist heute im Internet jeder sein eigener Regisseur.


Fortschritt durch Problemlösung

Es liegt anscheinend in der Natur des Menschen, besonders viel Gewicht auf Missstände zu legen. Einerseits zur Befriedigung der Schaulust, andererseits sind wir mit einer unersättlichen Problemlösungsmaschine ausgerüstet. Unser Gehirn giert nach Problemen und Zuständen, die in unseren Augen nicht perfekt sind. Probleme sind die Brutstätte unserer Intelligenz, des Fortschritts und der Evolution. 

Was früher schwieg, schreit heute in jedes Ohr

Als unsere Vorfahren ums Überleben kämpften und den Faustkeil durch effektiveres Werkzeug ersetzte, war die Problemlösung besonders um die eigene Sippe gekapselt. Mithilfe des Internets werden uns nun ausnahmslos alle Probleme dieser Welt um die Ohren gepfeffert. Die Flut der Missstände scheint immer grösser zu werden, da sich immer mehr Menschen über das Internet mitteilen können. Es ist ein regelrechter Wettkampf, möglichst alle Probleme dieser Welt aufzudecken und wo keine sind, neue Probleme zu erschaffen oder zu erfinden. Jede Art menschlicher Gruppierung, Tiere, Pflanzen und jeder Wunsch bekommt heute von jemandem im Internet eine Stimme verliehen, die darauf pocht, dass sich jeder um dieses Problem zu kümmern hat.

Ein gesundes Mass an negativen Informationen

Wir sind längst nicht für alles verantwortlich, was man uns ankreidet. Probleme sind hinterlistige kleine Biester, die sich oft unsere Moral, unser Verlangen nach Aufmerksamkeit und unser schlechtes Gewissen zu Nutze machen.   
Es gibt zweifelsohne wichtige Probleme, denen wir uns stellen sollten, doch noch viel mehr Probleme, die nicht auf allen Schultern lasten müssen. Im Internet findet man alle Missstände dieser Welt. Achten Sie einmal darauf, wie viele negative Informationen Sie täglich aufnehmen und reduzieren Sie diese bewusst auf ein gesundes Mass. Gleichzeitig erhöhen Sie die positiven Informationen. Es liegt an jedem selbst, welche Informationen man sich zuführt. Zu viel Negatives, verdirbt das Leben mehr, als das es für irgendjemanden besser wird. 


Dieser Artikel wurde am 18.05.2015 in folgenden Zeitungen publiziert: Südostschweiz Graubünden, Südostschweiz Glarus, Südostschweiz Gaster/See sowie Sarganserländer. 
Zeitungsausschnitt aus der Südostschweiz Graubünden:

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